Resilienz, um ins Leben zurückzukehren
Resilienz bedeutet den Anforderungen des Lebens gewachsen zu sein, angemessen reagieren zu können und sein eigenes Gleichgewicht in absehbarer Zeit wiederzufinden. Es ist unsere Fähigkeit, auf Angst sowie auf andere Zustände adäquat reagieren zu können.
Wenn du Angst spürst oder Ängste auftauchen steht dies immer im Zusammenhang mit dem Thema Sicherheit. Fühlst du Angst, dann fühlst du dich bedroht. Du fühlst dich nicht mehr sicher! Angst lähmt und unterbricht den natürlichen Fluss des Lebens. Jeder Mensch macht in solchen Situationen seine eigenen individuellen Erfahrungen.
Unser Körper reagiert darauf mit erhöhtem Herzschlag (Herzklopfen), Anstieg des Blutdrucks, schnelle Atmung bis hin zur Atemnot, trockener Mund, veränderte Mimik, Blässe oder Erröten, Schwitzen, Zittern, Schwäche, Schwindelgefühl, Durchfall, Harndrang und Übelkeit sowie eventuell auch Wahrnehmungsstörungen oder Ohnmacht.
Vermittelt werden diese Reaktionen durch das autonome Nervensystem, welches unsere Überlebensinstinkte Kampf, Flucht oder Erstarrung aktiviert. Im nächsten Blog erfährst du mehr über die drei Arten, wie unser autonomes Nervensystem reagieren kann (polyvagale Theorie nach Steven W. Porges) und wie es dich wieder ins Gleichgewicht bringen kann.
Verliert ein Mensch durch Angst oder Schrecken seine Sicherheit und kann das erlebte Ereignis nicht abgeschlossen werden, steckt er fest. Der Körper nutzt in einem solchen Fall jede zukünftige Möglichkeit und Situation das traumatische Erlebnis abzuschliessen. Dies kann sich unter anderem in Form von Angst- und Panikattaken zeigen.
Resilienz ist unsere Widerstandskraft, um mit schwierigen oder überwältigenden Ereignissen umgehen zu können.
Um Resilienz wiederzuerlangen, muss der Körper und Geist darauf vorbereitet werden, seine eigenen Ängste anzunehmen.
In meiner Praxis für Körpertherapie in Wettingen erlebe ich als Craniosacral Therapeut, wie wesentlich dieser erste Schritt ist.
Der Prozess besteht darin zu begreifen, wie wichtig es ist, sowohl angenehme als auch unangenehme Empfindungen bewusst zu erleben und auf diese Weise zu lernen, sie anzunehmen und sich Schritt für Schritt damit anzufreunden. Das ist für die Entwicklung der Widerstandskraft von grundlegender Bedeutung.
Wenn dein Körper lernt, auf diesem Weg wieder ins Gleichgewicht zu kommen, wirst du widerstandsfähiger werden.
Wenn ein Mensch etwas Schreckliches erlebt, kann das verheerend sein. Wenn derselbe Mensch jedoch den Triumph erlebt, sich aus seiner Angst und Erstarrung zu lösen und wieder ins Leben zurückzukehren, entwickelt er ein ganz spezielles Selbstvertrauen – das neu gewonnene Gefühl von Resilienz und Kompetenz.